Galerie Crystal Ball

Magnús Pálsson – Dreams

13. 09. – 18. 10. 2008
Eröffnung mit Begrüßung durch den isländischen Botschafter, Seine Exzellenz Olafur Davidsson, Performance: Magnús Pálsson, Rod Summers und Tom Winter

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Magnús Pálsson: Jón, Foto Þóra Siguròardóttir

Magnús Pálsson gilt als der isländische Altmeister der medialen Grenzüberschreitung. Als einer der ersten bildenden Künstler suchte er in den frühen 80ern Kontakt zu den aufkommenden Musikern der isländischen Punk- und Experimentalszene, stellte Verbindungen zum Theater, Hörspiel und Film her.

Magnús Pálsson, geb. 1929, war zusammen mit Dieter Roth Mitbegründer des Living Art Museums in Reykjavík. Inspiriert durch die Fluxusbewegung bot es eine Alternative zum klassischen Kunstmuseum. Magnús Pálsson war 1977 Teilnehmer der Documenta VI. in Kassel und vertrat 1980 Island auf der Biennale in Venedig. Magnús Pálssons Kunst entsteht in den unsichtbaren Zwischenbereichen. So gibt er beispielsweise den durch Leere bestimmten Raum zwischen den Dingen Gestalt in Form von plastischen Abgüssen.
Magnús Pálssons Präsentation in der Galerie Crystal Ball ist die erste Einzelausstellung seiner Arbeit in Berlin. In der Galerie realisiert Magnús Pálsson eine audiovisuelle Installation, die auf den Aufzeichnungen von Träumen basiert, die von verschiedenen Personen erzählt werden. Der Künstler arbeitet dabei mit Überlagerungen und Interferenzen der Audiowiedergaben, die so eine vielschichtige Struktur bilden. Magnús Pálssons Installation trifft dabei genau den Punkt des Phänomens, denn die Verdichtung, Überlagerung und Loslösung der nächtlichen Visionen spiegeln die Art und Weise, wie wir selbst Träume erinnern, ihre Diskontinuität und Flüchtigkeit.
In der Retrospektive an die nächtliche Gestalt fallen plötzlich chronologisch nicht geortete Fragmente ein. Assoziationen übernehmen den Platz von Motiven. Anderes, Erahntes verschwindet: Eine neue Gestalt wird sichtbar.

Zur Eröffnung präsentiert Magnús Pálsson mit Rod Summers und Tom Winter eine gleichnamige Performance. Eine Dokumentation von „Dreams“ findet sich auf neoscenes.net. Die Ausstellung findet mit freundlicher Unterstützung der isländischen Botschaft und der Walther von Goethe Foundation statt.