Galerie Crystal Ball

Crystal Ball Buch Salon

Originäre Künstlerbücher und Performances im Salon
Von April bis Juni 2021

Die Ausstellung ist eröffnet. Sie können den Buchsalon unter Einhaltung der aktuell geltenden Covid 19 Pandemie Verordnungen für Berlin besuchen. Bitte kontaktieren Sie uns für Ihre Anmeldung! 

Collage Lydia KARSTADT
GCB Buchsalon, Lydia Karstadt, Reading, Collage 2021

Im Crystal Ball Buch Salon sind originäre Buchkunst, Künstlerbücher und Performances zu sehen. Der Salon hat einen Kamin, einen Teppich und bequeme Sitzmöbel auf denen man in angenehmer Atmosphäre ausruhen und die künstlerisch gestalteten Bücher betrachten kann. Sie können den Salon einzeln oder per Haushalt, nach den aktuell geltenden Hygiene-regeln besuchen. Virtuell zeigen wir Ihnen an dieser Stelle, die im Salon aufgezeichneten Performances der teilnehmenden Performance-Künstler*innen.

Jim Avignon, Julia Appelt, Marion Bösen, Herve Cabin,
Françoise Cactus, Claudia Christoffel, Stefan Demming,
Roland Eckelt, Evita Emersleben, Gabi Garland, Elke Graalfs,
Marco Goldenstein, Henrik Jacob, Manfred Kirschner, Andreas Kotulla,
Miriam Jadischke, Lydia Karstadt, Patricia Lippert, Julia Neuenhausen, Sigrun Paulsen,
Wolfgang Müller/ Ogar Grafe, Monika Müller-Kroll, Ulrike Kötz,
Isolde Loock, Javier Lozano, Namosh, Pia E. van Nuland, Sigrun Paulsen,
Magnús Pálsson, Gabriele Regiert, Inken Reinert,
Stefan Ruf, Berit Schneider, Frank Schoppmeier,
Bea Schlingelhoff, Veronika Schumacher, Kathrin Schädlich,
Michael Schädlich, Peter Schneckenberg, Spunk Seipel, Annette Stemmann,
Streichelwurst, Rolf Thiele, Felix Gonzales-Torres, Tamara Trölsch,
Treuka, Robert Urban, Oliver Voigt, Heike Walter,
Sabine Wewer, Tim Wijland, Daniel Wolter und weitere Künstler*innen

Performances #1

Am Freitag den 28. Mai bringen Lydia Karstadt, Caren Sielaff und Frank Schoppmeier vor der Galerie Performances zur Aufführung:

Frank Schoppmeier mit „Bücher lieben dich!“

Buchvorstellung & Lesung von Manfred Kirschner: „Verrückt werden in Ostdeutschland / Rügen mon Amour“

Caren Sielaff mit ihrem neuen Song: „Berlin Online“

und 

Degustazione-Special: Wir öffnen für Euch zum Probieren einige Naturweine unserer Freunde von den Sette Aje aus Sizilien.

Degustazione 7 aje

Performance #2 Bücher allein zu Haus

Der Buch Salon ist schon seit ein paar Tagen komplett eingerichtet, aber da es im Moment kaum praktikabel für die Besucher und Besucherinnen scheint, sich auf die Entdeckungsreise hierhin zu begeben, entwickeln die Bücher ein Eigenleben……

Stefan Ruf, 360° Buch Salon, Bücher allein zu Haus!

Es sind ja keine heißen Eisen, die Lydia Karstadt in ihrem Buch Salon angesammelt hat – aber der Sache muss trotzdem mit etwas Mut begegnet werden. Das Anpacken und Aufklappen bedarf mehr als nur der kurze Überblick , der die Werke in einer kalkulierbaren Distanz entblößt. Mit Initiative rangehen. Ah, hier ein Stapel Fotobücher. Was ist in dieser Kiste? Unboxing Streichelwurst. Darunter Unboxing Latin Lovers… komisch, ist ja gar nicht das drin, was ich erwartet habe … ah … Latin for Lovers – heißt es bei der zweiten Lesung … Die Zeit verrinnt, neue Ordnungssysteme entstehen und zerfallen. Am Ende ausgestreckt auf der Chaise Longue – die Flammen im Kamin geben eine wohlige Atmosphäre…. Fortsetzung folgt.



Special zum Galerie Weekend Mai’21

„Bücher lieben dich!“ Frank Schoppmeiers Parodiekaraoke Song bringt die Sinnhaftigkeit des Buchsalons auf den Punkt. Caren Sielaff ist in ihrer Performance auf der Suche nach einer Datenhintertür. Zwei Specials zum Galerie Weekend in diesem Mai 2021

„Verrückt werden in Ostdeutschland – Rügen mon Amour“ von Manfred Kirschner

Am 31. März 2021 erscheint im Berliner Verlag Art in Flow eine Collage Story von Manfred Kirschner als gedrucktes Kunstbuch.

Aus dem Pressetext:

Künstlerbuch/Neuerscheinung

Manfred Kirschner: Verrückt Werden in Ostdeutschland – Rügen, Mon Amour

Was sind altmodische Fotoalben eigentlich anderes als Zeugnis gebende Bilderbücher, die über
ihre chronologische Sammlung von Fotografien Geschichten erzählen oder assoziieren lassen.
Der Künstler Manfred Kirschner hat schon früh, in Studienzeiten, die Strategie dieser
Erzählweise erkannt und benutzt um Lebensgeschichten und Stories seiner Protagonisten zu
kreieren. Die fiktive Lebensgeschichte eines amerikanischen Künstlers in den 1960er Jahren
oder kurze Fotostories, in denen anstelle der Album-Fotos Collagen platziert sind und diese
repräsentieren. Hat man diesen surrealen Wechsel erst einmal akzeptiert, taucht man schnell in
die Logik einer parallelen Sphäre ein, einer fantastischen erdachten Lebensgeschichte die mit
der Wirklichkeit ringt, aus einer Zeit als Fotografie noch die Aura des Authentischen umgab.
Gerade in den frühen 90er Jahren, der beginnenden Digitalisierung und der Umkehrbarkeit der
Bild- und Fotografieprozesse, begann Kirschner mit seinen seriellen Collage-Stories und
Fotoalben.
Nun hat er einen ersten gedruckten Band vorgelegt. Seine bisher zweiteilige Collage-Story
„Verrückt werden in Ostdeutschland – Rügen mon Amour“ erzählt in einem leichten,
humorvollen Ton das turbulente Reiseabenteuer von Harald Baumeister, einem Berliner
Künstler, der von seinen Freunden enttäuscht auf Sinnsuche an die Ostsee reist. Das
Buch orientiert sich an collagierten Landschaftsbildern, die für den Künstler wie „Filmsets“
funktionieren. Kirschner assoziiert über seine Technik eine phantastische, deutsche
Bildergeschichte in der Fiktion, Vergangenes und Gegenwärtiges verschmilzt. Das hier
eingesetzte Genre der Erzählung illustriert humorvoll eine Spiegelung des Lebens. So erscheint
Harald Baumeister wie ein Alter Ego von Künstler*innen in der Krise. Eine innere wie äußere
Reise, die ihn zur Kunst führen sollte und im Leben mündet. Mit Halluzinationen und
Liebeskummer verirrt er sich in einem ironischen Vexierspiel der Identitäten um eine magische
Schneekugel und findet am Ende überraschend Freundschaft und Liebe.


Manfred Kirschner ist freischaffender Künstler. Sein bildnerisches und performatives Werk ist
von Diversität, Ideenreichtum und Crossover geprägt. Seinen Werken ist häufig die Frage
eingeschrieben, welche Verantwortung und Bedingungen der gesellschaftlichen Rolle des
Künstlers als Produzent zukommen. Kirschner thematisiert dies in Performances, Videos und
Installationen in Kombination mit Zeichnung, Malerei und Collage.

Das Künstlerbuch erscheint im Rahmen des Crystal Ball Buchsalons, April bis Juni 2021, in der
Galerie Crystal Ball. Wegen Corona informieren Sie sich bitte über die Webseite.
Über crystalballberlin@gmail.com können Sie gerne einen Gesprächstermin mit dem Künstler
Manfred Kirschner selbst vereinbaren.

Das Buch ist hier in der Boutique der Galerie erhältlich

Mehr Informationen zum Buch auch unter: https://www.artinflow.de/manfred-kirschner/
Manfred Kirschner: Verrückt Werden in Ostdeutschland – Rügen, Mon Amour
Hardcover/Leinenbezug, 130 S., 16 x 16 cm, Dt., 30,00 EUR
ISBN 978-3-938457-51-1

Collage D´Automne Discothèque

Collage-Installation/ Diskothek geöffnet nach Vereinbarung
Achtung! Die Ausstellung öffnet wieder nach dem Shutdown 2021
Bitte achten Sie auf die „OPEN“ Fahne an der Tür oder rufen Sie uns von 10 – 21 Uhr an. Tel: 030 60052828
Stay Home-Dance Alone

M 107, Papier/ Acryl auf Leinwand, 160 x 150 cm, 2020

Lydia Karstadt kuratiert zum zweiten Shutdown und Jahresende, eine den Umständen angepasste lonesome-1-Personen-Diskothek. In einer Installation, der aus diesem Jahr handgefertigten, großformatigen Collagen auf Leinwand von Manfred Kirschner gebauten Diskothek, legt Kuratorin Karstadt den Besucher*innen auf Wunsch Schallplatten auf. Die Kunstwerke gehen dabei eine dynamische Verschmelzung mit der flirrend, bewegten Diskobeleuchtung ein. Der Zugang funktioniert dem Slogan gemäß einzeln und folgt streng den geltenden Pandemie Schutz Regeln. Neben den neuen großen Arbeiten gibt es eine kleine SALE-Serie, mit deren Kauf man der Galerie hilft: 100% des Verkaufserlöses dienen dazu, die Galerie Crystal Ball zu unterstützen.

Collage D´Automne Discothèque – 360 Panorama
Music: Funky Moon by Stefan Kartenberg (c) copyright 2019 Licensed under a Creative Commons Attribution (3.0) license. Ft: Apoxode

Manfred Kirschners neue halb-abstrakte Serie zeigt einen Bilderrausch aus extremen Farben und geometrischen Formen und thematisiert dabei im Zusammenhang gleichermaßen den Verlust und die Leerstelle der Abwesenheit von Körperlichkeit. Seine sonstigen Protagonisten, Menschen Schaufensterpuppen und Modelle, die in den Werken; auf Leinwänden und in Büchern, Kirschners Collagen-Sets und Stories wie in Bühnenbildern bevölkern, scheinen zugunsten einer malerischen, ästhetischen Formensprache verschwunden. Wie sich zeigt ist der Mensch aber nicht vergessen, im Gegenteil zeigt sich seine Spur: „I am landscape – put me in“ heißt eine der großen Arbeiten in der sich formschöne Leerstellen zum Einfügen auftun. Der Titel funktioniert wie eine Gebrauchsanweisung zur Gesamtinstallation der Ausstellung, in der die Besucher zum Tanz und Amüsement eingeladen, sich in den Ausstellungskontext einfügen können. Ein Geheim Tipp sind dann auch die Collage-Photo-Romane des Künstlers, die er häufig in Photoalben oder Aquarellbücher klebt. Aber dazu sollte man sich tiefer in Kirschners Phantasie-, Wunderwelten begeben, vielleicht so wie Alice, die dem fort hoppelnden Kaninchen ins dunkle Loch, in eine unbekannte Sphäre folgt.

Für einen Besuch der Ausstellung achten sie auf die Open-Fahne an der Tür oder rufen Sie uns auch gern spontan bis 21 Uhr an.

Evita Emersleben – Kussmunddrucke

Performance/ Video/ Lippenstiftprints
Fr. 4. September um 19 Uhr, Eröffnung mit Performance
Während der Art Week 2020 haben wir besondere Öffnungszeiten: 5. – 13. September, täglich von 14 bis 19 Uhr

Evita Emersleben, Untiteled, Alterra: Classice Red/ Papier, ca 60 x 80cm, 2020

Evita Emersleben zeigt ihre performative Kunst hier erneut in einem konzeptuellen Zusammenhang, der eine neue Werkreihe entstehen läßt. Sie küsst das Zeichenpapier und „druckt“ auf diese Weise in einer prozessualen Performance, Portraits und Bilder mit ihrem Mund. In komplexen Werkperformances hat die Künstlerin zuvor schon die Kunstwerke an sich, gießen, abformen, zerschneiden, servieren und aufessen lassen. Dabei performte sie zuletzt als Fleischfachverkäuferin und verkaufte ihre Arbeiten in Portionen grammweise. Die Künstlerin Evita Emersleben arbeitet an einer ganzheitlichen Form ihrer Arbeiten indem die Produkte, die Interventionen oder die Aktionen immer gleichberechtigter Teil der künstlerischen Praxis sind. Der Arbeitshandlung: sensibel und treffsicher gesetzte Küsse, die ihre Prints aufbauen kommt daher ebenso hohe Bedeutung zu, wie den Artefakten selbst. Verstehen wir das Papier, die Leinwand oder die Malgründe als klassisches Medium der Künstler*innen, spielt Emersleben in dieser amüsanten Werkreihe mit einem Universal, dem Wunsch nach künstlerischer Affirmation. Das gestische Phatos der Herstellung der Lippenstift-Bilder erzeugt aber zusammen mit einer nahezu absurden Motivation, eine wunderbare ernste und lächerliche Ambivalenz, die uns in unserem eigenen lebendigen Kontext berührt.

Kussmundmonster – die Ausstellung in 360°

Evita Emersleben zeigte im Rahmen der artweek zweimal ihre Performance, wegen der geltenden Hygienebestimmungen war es den Besucher*innen nur möglich, das Geschehen durch das Schaufenster zu verfolgen. Die Performance dauerte jeweils ca. eine Stunde.

Evita Emersleben – Performance/ Kussmunddrucke, Crystal Ball, 2020

Die Ausstellung wird freundlicherweise durch
die Karin und Uwe Hollweg Stiftung gefördert.


Fuck Your Selfie! #6 – Portraitsalon

F*** Your Selfie #6 Portraitsalon
25. bis 28. August 2020 jeweils von 14 bis 19 Uhr

FYS Numero Sei, Galerie Crystal Ball, Berlin 2020

Vergessen Sie Ihr Selfie und tauschen es gegen eine wirkliche Portraitsituation, ein Happening und wählen Sie aus dem Oeuvre des Künstlerteams einen Stil, der zu Ihnen passt. Lassen Sie sich klassisch zeichnen oder als Collage, in Poesie, als Kunstlied, als Aquarell oder sogar als Katzenstreu-Skulptur darstellen. Das hauseigene, legendäre Portraitsalonfestival findet in diesem Jahr zum sechten Mal! vom 25. bis 28. August statt. Mit einigen exklusiven Stars und Künstlern, die performen und alle Besucher portraitieren. Wie immer ist es auch weiteren Künstler*innen möglich teilzunehmen. Angekündigt haben sich schon: Meike Doelp, Elke Graalfs, Mareike Hube, Carola Humboldt, Lydia Karstadt, Andreas Kotulla, Bibi Kreuzberg, Annett Lau, Mini Mo, Rias, Stefan Ruf, Berit Schneider, Caren Sielaff, Veronika Schumacher, Oliver Voigt und weitere.

Erster FYS#6-Tag. Wetter mäßig, deswegen findet der Portraitsalon unter Einhaltung aller Hygienebestimmungen in der Galerie statt. Caren Sielaff performt ihre erotischen Gedichte und ihren großen Berlin-Song.

Erotische Gedichte und Berlin-Song, Caren Sielaff, Performance
Rosa in L.A., Lydia Kartstadt, Gedichtportrait
Haarschneideperformance, Lydia Kartstadt und Robert Urban

Am zweiten FYS#6-Tag ist das Wetter wieder schön, so dass die Veranstaltung wieder wie gewohnt vor der Galerie stattfinden kann. Es performt Lydia Kartstadt mit einem Gedichtprotrait, unterstützt von Robert Urban an der Gitarre.

Gabi Garland – Bügelperlenportrait

Aufgrund der besonderen Situation haben es nicht so viele Künstler*innen zum FYS#6-Portraitsalon geschafft, aber dafür gab es dieses mal besonders vielfältige Portraitarbeiten, angefangen von Carola Humboldts Kratzbildportaits, Gabi Garlands Bügelperlenportraits oder Gabriele Regierts Schlüsselbundportraits.

Beim Portraitsalon kann es auch spontan passieren, dass die Haare geschnitten werden und sich so sichtbar wird, was bei jeder Porträtierung sowieso passiert: Nachhaltige Veränderungen

Gabriele Regiert – Plan B

Die Ausstellung von Gabriele Regiert ist ab Freitag den 8. Mai zu den gewohnten Öffnungszeiten für einzelne Besucher geöffnet.  Di., Do., Fr.: 14- 19 Uhr

Die Ausstellung ist wieder für Publikum geöffnet. Sie können die Galerie nun wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten besuchen. Angesichts der Corona Pandemie haben wir außerdem ein 360 Grad Panorama inklusive einem Interview mit der Künstlerin veröffentlicht.

Gabriele Regiert, Plan B, ca. 320 x 350 cm, Installation/ Detail, 2020

Über die Sphäre können Sie zudem einen 360 ° Blick und ein Interview von Stefan Ruf mit der Künstlerin aufrufen.

Plan B, Gabriele Regiert 360° Perspektive mit Interviews

Gabriele Regiert zeigt in der Ausstellung Plan B, ihre gleichnamige Installation, ein großes Tableau aus zusammengefügten Zeichnungen und Leinwänden. Jede Arbeit, jede Zeichnung steht darin für sich, ihre eigene Präsenz fügt sich aber zugunsten einer Wirkung im Gesamten. Gabriele Regierts Zeichnungen sind Prozesse; Ihr Ablauf, teils eine Handarbeit die nichts will als ihr Tun, ist ihr Motiv. So entstehen über einen Umweg sehr freie, hoch ästhetische Blätter die nicht Kunst wollen und doch Kunst werden. In Plan B. sind die Blätter wie Handnotizen an- und teils übereinander aufgehängt, Bildteile verschwinden oder erscheinen ungesteuert zusammengebracht, gerade diese Strategie einer ungewöhnlichen, lapidaren Behandlung bringt die Emanation der Bilder effektiv hervor und ist als künstlerische Haltung exemplarisch für die Künstlerin. Gabriele Regiert zitiert und streift dabei visuelle Universalien wie vielleicht in diesem Fall; Zettelwände, Pinboards oder die aus Krimis bekannten Fall -Sammlungen schwingen in dieser Ästhetik mit. Das Zusammenspiel öffnet sich der Bedeutung- unerwarteten Assoziationen – es geht um den Moment. Die Künstlerin hält ihre Zeichnungen offen. Die Handhabung des Unfertigen, einer unbewußten Zeichenhandlung deren Linienführung immer auf dem Weg ist, deren Muster sich woanders suchen und eher dem Teefleck als einem konkreten Ziel verpflichtet sind, verstärken ihre gegenwärtige Präsenz. Die Installation ist in dieser Arbeitsweise immer temporär. Bei einer erneuten Hängung gliche die Präsentation eher einem Reenactment als einer präzisen Wiederholung.
Der Arbeitsprozess ist dynamisch, die künstlerischen Produkte nahezu performativ, lebendig in ihrem gestalterischen Zusammenhang nicht feststehend. Manches wäre sicher verschwunden, weil es weitergearbeitet oder in dem Fundus der Künstlerin erneut zu Material wurde. Diese Arbeitsweise ist sehr dem Leben verpflichtet, sie demokratisiert die Werke untereinander und arbeitet an einer neuen innovativen Haltung. Gabriele Regierts Werk birgt ein prozessuales, übergeordnetes Verständnis und zeigt damit Kunst ist unmittelbare Lebendigkeit.

Zur Ausstellung erscheint die Edition „Pret A Manger“, gerahmt, 18 x 12 x 5 cm, Auflage 15 , je 120,-

Pret A Manger 2/15 – Gabriele Regiert, Edition #1, gerahmt/ signiert, 120,- Crystal Ball, 2020


Pia E. van Nuland – A Second Moon

Vernissage am Sa. 8. Februar um 19 Uhr, verlängert bis Sa. 14. März

Achtung! Die Finissage, am 14. März entfällt aufgrund der Pandemie

Pia E. van Nuland, Main Street,
-SLC- USA, 120 x 160 cm, mehrfarbiger Linoldruck auf Leinwand, 2020

Im Februar und März zeigt die Galerie neue Arbeiten von Pia E. van Nuland die sie teils während ihres Auslandsstipendium in Salt Lake City in den USA realisiert hat. Pia E. van Nulands Linoldrucke erweitern meisterhaft die druckgrafischen Grenzen des Mediums. Die Künstlerin arbeitet dabei gern mit besonderen Farben und Farbmischungen, um spezielle, opake und malerische Effekte zu erzielen. Größenformate, Konzeption und Sensibiltät des Schnittes, gehen in den Drucken weit über illustrative Attribute hinaus. Die Motivik, der Bildausschnitt, die Farbwahl sind in Van Nulands Arbeiten in einer hohen Virtuosität vereint, sodass die Künstlerin eine Sonderstellung einnehmen kann. Pia E. van Nuland arbeitet häufig in thematischen Serien, mit mehrfarbigen Großformaten, deren Einzel-Bilder in Qualität und Ausdruckskraft einzigartig sind. Die Ausstellung zeigt erstmalig in Berlin, eine Übersicht und mehrfarbige Linoldrucke auf Leinwand.


Jim Avignon – Your Portrait Here!

Vernissage am Sa. 7. Dezember 2020 um 19 Uhr bis So. 22. Dezember 2019

Your Portrait here, Jim Avignon 2020

Jim Avignon, der regelmäßig am jährlichen Crystal Ball: „Fuck Your Selfie“- Portraitsalon- Festival teilnimmt, zeigt im Dezember 2019 sein außergewöhnliches Porträtprojekt: „Your Portrait Here!“ Der Künstler eröffnet eine Ausstellung mit unvollendeten Bildern, in der die Zuschauer automatisch eine immanente Rolle einnehmen, da sie sich in die Bilder hineinmalen lassen können. Eine interaktive Kunstausstellung, die erst am Ende durch die Zusammenstellung der Porträtmodelle mit ihrer Kulisse, ihrem Hintergrund, abgeschlossen wird. Jim Avignon wird Crystal Ball in dieser Zeit auch als Atelier nutzen, um die Leerstellen auszumalen und die Portaitserie zu entwickeln. Jim Avignons künstlerische Arbeit ist gegenüber elitären, hochpreisigen Positionen erfrischend oppositionell. Seine Arbeitsweise orientiert sich stärker am Leben und ist den Menschen und Rezipienten zugewand. In über zwei Dekaden hat Jim Avignon bereits unermüdlich als eine Art gesellschaftliches Reflexiv in seinem Kunst- und Musik- Ouevre, Kritik humorvoll und stilsicher abgebildet. Im Kunstforum Band 262, Borderlines /2019 fällt Jims Vergleich zu Charlie Chaplin auf. Das Aufmerken, der Wichtigkeit einer solchen Position scheint dort, gleichzeitig mit ihrer Brisanz des Sozialen in unserer hierarchisierten Hochkultur angekommen zu sein. https://www.kunstforum.de/artikel/jim-avignon/

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Oliver Voigt – Mind The Gap!

Eröffnung Freitag, 11. Oktober 2019 um 19 Uhr
verlängert bis 2. November 2019, mit Finissage um 20 Uhr

NewYork1
Oliver Voigt, New York #1, Tusche auf Papier, 2018

Oliver Voigt vertritt eine ebenso freie, wie moderne künstlerische Position. Er arbeitet in verschiedenen Sparten und macht sich frei von einem immer gleichen, künstlerischen Gestus. Mit hoher Konzentration begibt er sich in thematische Felder, erarbeitet oft erst die dazu nötigen Produktionstechniken und Strategien im jeweiligen Medium.

Für „Mind the Gap“ hat der Künstler nun eine ästhetische Methodik entwickelt, die die Tonwerte der zitierten Bilder in Zahlen umschreibt, welche dann übertragen und mit Tusche auf Papier umgesetzt werden. Die Basis der Bilder sind Nachrichtenfotos, Fotografien der Opfer von Anschlägen und Terror. Verstörende Bilder, deren Inhalt, ihre innewohnende brutale Gewalt und Verachtung wir kaum noch im Stande sind auszuhalten.

So ist Oliver Voigt davon überzeugt, das wir in unserem gesellschaftlichen Kontext häufig schon unbewußt an einer Distanzierung zu bestimmten Bildern und Nachrichten arbeiten und die Bilder nicht mehr genau „sehen“. Ihm geht es aber um eine persönliche, wie bildliche Annäherung. Indem er die Bilder analytisch zerlegt, sie zu sich heranholt und in ein Mosaik wandelt, kann er sich Ihnen nähern. Das Interessante an dieser analytisch, technischen Herangehensweise des Künstlers ist, das er genau diese enstandene Lücke, das Unfassbare wieder herstellt und sichtbar macht.


Hiske Hilgenga – Sneaker Art

Vernissage am Sa. 7. September 2019 um 20 Uhr bis Fr. 20. September 2019

Hiske Hilgegna, Sneaker Art, 2019

Der niederländische Maler Hiske Hilgenga hat ein besonderes Faible für Turnschuhe. Sie besitzen für ihn ebenso hohe ästhetische wie erotische Anziehungskraft. So hat er in seiner Kunst einen Weg gefunden, sein Interesse in eine Malerei zu übersetzen, die dem Komplex dieser Vorliebe gerecht wird. Hyske Hilgenans Arbeiten zeichnen sich durch einen rauhen, pastosen, geradezu schmucklosen Malstil aus.

Die flächigen, unprätentiösen Bilder scheinen es allein der Farbe zu überlassen, das Motiv zu konstruieren. Sie zeugen von einer hohen Materialverliebtheit, die dabei die schwierigen Grenzen, zwischen Abstraktion und Bildhaftigkeit, Material und Effekt mühelos und unbeachtet überwinden.

Hyske Hilgengas plakativen Turnschuhe haben eine ebenso leichte, wie ironische Aura. Sie fügen unserer überfüllten Warenwelt keinen weiteren Plastikmüll hinzu, für ihr Debüt muß niemand die Nacht vor einem Laden verbringen.

Nein, sie spiegeln ihre zitierte Subjekt-Objekt Beziehung ganz einfach und spielerisch in die der Kunst. Man kann in dieser Strategie, auch einen subversiven Kommentar zum toxischen Hochkapitalismus lesen.


Crystal Ball Berlin