Galerie Crystal Ball

ERDEN. Naturphilosophische Brocken – Buchpräsentation

Innerhalb von Apfelmus/ 16 Jahre Crystal Ball
Am Freitag, 3. Februar um 19.30 Uhr

Erden-Buchcover, (unter Verwendung eines Bildes von Elisabeth von Samsonow, Geo Psyche Backup System, Tempera auf Leinwand, 2021)

Extraktionsregime, Wahlverwandtschaften, Körpersaftanaly­sen, alternative Naturepistemologien: Der von Ivo Gurschler, Andreas Hofbauer und Alexander Klose herausgegebene Band 45 der Schriften zur Verkehrswissenschaft versammelt „notwendig fragmen­tarisch bleibende Vorstöße, um über Natur in Krisenzeiten nachzudenken“. 

Die Theoriebildung wendet sich wieder einer Sphäre zu, die mangels eines anderen Begriffs weiterhin Natur genannt wird. Zugleich meldet sich jene in Gestalt von Fluten, Dürren, Stürmen auf immer drängendere Weise zurück, und die Menschen lernen sich verstärkt als Erdlinge zu begreifen. Unter diesen Vorzeichen entstanden radikale Gesten der Dezentrierung in terrestrische Konstellationen als neue Formen über Natur nachzudenken. Der Band versammelt solche, in ihrer Gesamtheit notwendig fragmentarisch bleibende Vorstöße als vier – auf die Erde und ins Unbekannte geworfene – naturphilosophische Brocken.

Präsentationen, Projektionen und Publikumsgespräch von und mit den Autor*innen Salome Rodeck, Tom Turnbull und Daniel Tyradellis, der Künstlerin Jenny Michel, dem Komponisten Konstantin Schimanowski sowie den Herausgebern Andreas L. Hofbauer, Alexander Klose und etwaigen Überraschungsgästen.

Im Anschluss die Crystal Ball Bar und Schallplatten-Musik von DJ. Catastrophé

Jenny Michel 2017 Museum Wiesbaden/Bernd Fickert

Apfelmus

Ausstellung/ Installation/ Performances
Eröffnung am Sa. 14. Januar um 19 Uhr
mit Performances von Danja Schilling und Lydia Karstadt
geöffnet Di. von 14 bis 19 Uhr, zu den Veranstaltungen und nach Vereinbarung

Apfelmus, Karton/ Klebeband/ Shellack, Manfred Kirschner, Bremerhaven 1996

Arie des Glücksgottes: Bruder, du machst meine Augen nass. Ich seh dein Leben ist kein Spaß. Hier ist ein Apfel, schau, ich habe drei, so kann ich dir einen geben. Da seh ich nichts Übertriebenes dabei, wir können beide leben. Nun versprich mir, dass du die Kerne in Deiner Gier nicht schluckst, sondern sie, vor ich mich entferne, in die Erde spuckst. Und wird es ein Apfelbaum mitten in Deinem Feld, dann komm und hol dir die Äpfel von dem Baum, den du bestellt. (Brecht/Dessau)

Lydia Karstadt hat sich mit „Apfelmus“ eine thematische Gruppenausstellung zum Geburtstag gewünscht, denn im Jahr 2023 zählt das Phänomen Crystal Ball 16 Jahre. Zwar gibt es wohl zur Zeit nicht mehr viel zu feiern. Doch „Apfelmus“ soll seine positive Wirkkraft in einer Besinnung auf wesentliche Lebensinhalte vermitteln. Frieden und menschliche Renaturierung. Die Unterordnung menschlicher Existenz in die ökologischen Sphäre erscheinen als unvermeidlicher, einziger Weg aus der Krise. Die Kunst ist dabei, nach Ansicht Karstadts niemals Gegner oder gar Angriffsziel, sondern Mitstreiter im Konflikt um eine Zukunft.
Zahlreiche Lebensmittel haben in den letzten Monaten durch die Protestkultur im musealen Kunstzusammenhang eine höhere Bedeutung erlangt. So kann das Apfelmus ein performatives Mittel sein; politische Äußerung, rätselhaftes Objekt, poetische Sphäre oder einfach nur ein großer, alter Karton, auf dem „Apfelmus“ geschrieben steht. Die spielerische Ausstellung in Crystal Ball zeigt Positionen von Künstler*innen die über das Sujet und seinem Deutungsbereich, Assoziationen von Vergänglichkeit in ihr Werk implizieren. Den Ausstellungssalon begleitet ein Veranstaltungsprogramm. Zur Eröffnung werden Performances gezeigt.

Mit Arbeiten von: Françoise Cactus, Evita Emersleben, Gabi Garland, Miriam Jadischke, Manfred Kirschner, Andreas Kotulla, Gabriele Regiert, Danja Schilling, Caren Sielaff, Juwelia St. St., Henrik Jacob, Vikenti Komminski, Ilse Orinska, Agnieszka Pasek, Silky, Berit Schneider, Veronika Schumacher, Oliver Voigt, Uwe Teichmann, Monika Tunn, The Wa, Line Wasner und weiteren Künstler*innen

Freitag, 20.01. um 19 Uhr
analogSCHATTEN
Die Zugvögel
Improvisation mit Licht und Schatten

Freitag 03.02. um 19:30 Uhr

ERDEN. Naturphilosophische Brocken – Buchpräsentation
Extraktionsregime, Wahlverwandtschaften, Körpersaftanaly­sen, alternative Naturepistemologien: Der von Ivo Gurschler, Andreas Hofbauer und Alexander Klose herausgegebene Band 45 der Schriften zur Verkehrswissenschaft versammelt „notwendig fragmen­tarisch bleibende Vorstöße, um über Natur in Krisenzeiten nachzudenken“.
Präsentation, Projektionen und Podiumsgespräch mit den Herausgebern und Autor*innen

Samstag, 25.02. um 19 Uhr/  Finissage
Apfelmus
– der Film, Thedinghausen 1996
M. Kirschner, Sound von Christian C. Kruse
Wiederaufführung mit Performances:
 -Wie man einen halben Pudding macht,
Evita Emersleben &
– The Making Of Apfelmus, Manfred Kirschner

Symposium: Weltschmerz

Jammern und Klagen im digitalen Zeitalter
Am 24. und 25. November jeweils um 18 Uhr

Symposium – Jammern und Klagen im digitalen Zeitalter

Im Gespräch mit Künstler*innen, Philosoph*innen, Musiker*innen und anderen Interessierten, geht der Künstler Victor Kégli der Frage nach, wie die traditionelle Kunst des Jammerns und Klagens in die digitale Neuzeit transportiert werden kann.

Begrenzte Teilnehmerzahl, Teilnahme bitte mit Voranmeldung. An zwei unabhängigen Terminen am 24. und 25. November, Beginn der Veranstaltungen ist jeweils 18.00 Uhr. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Idee und Organisation: Victor Kegli & Kai Lillich

Anmeldung unter: 0152 04980110

Päng …

… schwierig, oder die Möglichkeit eine Ausstellung zu machen.

verlängert bis Sa. 6. August


Ausstellung vom 22.05.22 bis 06.08.22
Vernissage und offener Salon am 21. Mai um 19 Uhr

mit: Gabi Garland, Miriam Licia Jadischke, Manfred Kirschner, Kai Lillich, Lee Negris, Sigrun Paulsen, Ilze Orinska, Oliver Voigt, Gabriele Regiert und weiteren Künstlerinnen

Lydia Karstadt weiß auch nicht – und da sie im Sommer mal wegfährt um für Frieden zu demonstrieren, an der Müritz den Weltschmerz zu vergraben oder in der Provinz Gemüse anzubauen, hat sie eine sich selbst pflegende Ausstellung erdacht. Sie hat dazu Künstler befragt, die sie auf dem Weg zum Zickenplatz oder kürzlich getroffen hat. Um dem Zufall eine Chance zu geben hat sie gefragt bei etwas mitzumachen von dem sie selber gar nicht weiß, was es wird. Eine experimentelle Ausstellung, ein Versuchsaufbau. Pazifistisch, ambitioniert, freiwillig, ehrlich, kurzweilig, wandlungsfähig, hoffnungsvoll …

Der Ausstellungssalon ist jeweils donnerstags von 14 bis 19 Uhr und gerne nach Vereinbarung geöffnet

sowie im Salon: Café Unst, arbiträre Basisforschung & friedliche Siebdrucke direkt vom Erzeuger:
Slipmaps, Schürzen & romantische Allegorien

Javier Lozano – Antibodies

Vernissage am Sa.12. März um 19 Uhr
vom 12.3.-10.4. und 25.4.-30.4.2022
Öffnungszeiten: Dienstags & Freitags 14-19 Uhr und nach Vereinbarung
Finissage am Fr. 06. Mai um 19 Uhr

Javier Lozano, Unrequeired, 31 x 23 cm, Auqarell auf Karton

Javier Lozano ist ein junger, talentierter Zeichner und Grafiker. Er lehrte bis 2020 an der IED in Madrid. In seiner ersten Ausstellung in der Galerie Crystal Ball liegt der Fokus seiner Arbeiten aber auf Malerei. Lozano dessen außergewöhnlich reduzierter Stil meisterhaft die Waage zwischen ironischer Konnotation und lustvollem Strich hält, zeigt unter dem Titel „Antibodies“ eine Auswahl von neuen Aquarellen. Treffsicher eingesetzter gestischer Strich und sensibel gelegte Farbflächen zeichnen diese Arbeiten aus. Immer scheint Lozanos luszide Kunst auszuloten wieviel es gerade braucht um eine Präsenz, ein Wesen zu erzeugen. Ein paar feine Striche, eine rötliche Farbfläche gegen eine dunklere braune abgesetzt und schon kreiert er die Wange, den Blick eines Wesens. In der Interaktion mit anderen oder aber dem Spiel mit sich selbst, werden sie Körper seiner sphärischen Bilder die mit einer Ambivalenz gleichenteils romantisch wie ironisch leuchten. Javier Lozanos Arbeiten sind mysteriös, in ihrer Behauptung von Reduziertheit ebenso irritierend sicher, wie von Leichtigkeit durchdrungen. Diese Ambivalenz macht sie daher sehr lebendig.

ANTIBODIES

Your invisible friends came to the party.
Lucky charms, protective beings.
These paintings, like daydreaming.
They don´t care, they just follow their nature.
Inevitably. Ghostly trace.
Mind your antibodies and everybody else´s.
What are the characters of these paintings doing?
Hard to say, but whatever it is, they do it well.
Free your mind, free your body.
Free your freedom, free your money.

J. Lozano

Sigrun Paulsen

Malerei/ Installation, 17.9. bis 21.11.2021

Vernissage am Freitag, 17 September um 19 Uhr

Am Sonntag, 21. November ist die Künstlerin von 15 bis 19 Uhr in der Ausstellung

Sigrun Paulsen, Zweimal Rot, je 185 x 140 cm, Berlin 2021

Sigrun Paulsen arbeitet konzentriert an der Farbe und ihren Wirkungen mit den Aspekten von Gegenständlichkeit. Diese Wirkungsweisen sind teils in auratisch leuchtenden Bildern umgesetzt. Wie ihre Farbtöne und Kombinationen dabei Gegenständlichkeit erzeugen, zeigt Paulsen exemplarisch in Ihrer Farbreflexionen-Serie. Beim bloßen Hinsehen erscheinen die Objektbilder der gleichnamigen Reihe, wie Holzkästen die Neonröhren enthalten. Schließlich entdeckt man, das es keine Röhren gibt, dass Paulsen diese Objektwirkung allein durch den virtuosen Einsatz der Kolorierung erzeugt hat. Unsere Wahrnehmung schafft erst den Eindruck von Materie, wie es die Reflektion an einem realen Objekt tun würde. Indem die Künstlerin aber die Effekte von der Abbildung des Physisches zu trennen vermag, ist es ihr möglich das pure Leuchten der Farben einzufangen. Sigrun Paulsens Interesse gilt diesen unsichtbaren Bereichen, den flirrenden, energetischen Klängen der Farbzusammenstellungen. In ihren Streifenbildern zeigen sich diese Wirkungen meisterhaft kalkuliert. All ihre Umsetzungen sind in langen Farb-Rehearsals erprobt, die die richtige Mischung vorbereitet. Die Künstlerin verwendet wie schon vor ihr die Impressionisten, kein Schwarz aus der Tube sondern mischt dieses aus den vorhandenen hochpigmentierten Farben oder erzeugt seine Wirkung durch Koplementäreffekte. Häufig sind die Streifenbilder mit Landschaftsskizzen und Naturportraits kombiniert. Dieser kombinatorische Gegensatz von Abstrakter und Gegenständlicher Malerei zeigt deutlich ihr Untersuchungsfeld, indem physische Natur also Gegenständlichkeit auf die ihr innewohnende Strahlkraft der Farben und ihrer Wirkung deutet.

Andreas Kotulla – Colours for Ships

Ausstellung und Buchpräsentation am Sa. 14. August um 17 Uhr

Sa. 14., So. 15., Mo. 16. August: jeweils 14 – 19 Uhr und nach Vereinbarung!

Installation/ Bucherscheinung

Andreas Kotulla zeigt an diesem Wochenende in der Galerie seine gleichnamige Installation und das darauf basierende Kunstbuch. Wir freuen uns Colours For Ships, die im Juni 2021 fertig gestellte Edition, hangearbeiteter Bücher zu präsentieren. Jede Seite ist vom Künstler handgemalt. Das schwarz-weiße Buchcover, ebenfalls vom Künstler handgearbeitet, ist ein Siebdruck. Die extrem zeitaufwendige, liebevolle Gestaltung setzt einen feinsinnigen, lustvollen Kontrast zu industriellen Buchproduktionen. Im Unterschied dazu hat das Buch eine besondere, schöne Haptik. Das Konzept von Colours For Ships mit starker Eigenwilligkeit und einem sensiblen Humor macht es zu einem wichtigen Buch.

Colours for Ships, hangearbeitetes Buch, 19 Seiten, Siebdruck/ Malerei, Andreas Kotulla 2021, Auflage 30 Stück, nummeriert und signiert für 120,- Vorzugspreis/ gilt nur zur Eröffnung; 100,- 

Farben für Schiffe –
oder auch für Container, zum Beispiel.
Jedenfalls farbige Anstriche.
Es gibt Anstriche, deren Farbe sich aus einem bestimmten technischen Grund ergibt, aus
der Art ihrer Herstellung oder aus ihrem Verwendungszweck
(wie etwa Rostschutzfarben aus Bleimennige oder Zinnchromat).
Da ist die Farbe dann eher die Eigenschaft einer Sache als die Gestaltung einer Oberfläche.
Ein Anstrich kann natürlich auch dazu dienen, gleiche Dinge voneinander unterscheidbar zu machen.

Andreas Kotulla

Crystal Ball Buch Salon

Originäre Künstlerbücher und Performances im Salon
Von April bis Juni 2021

Die Ausstellung ist eröffnet. Sie können den Buchsalon unter Einhaltung der aktuell geltenden Covid 19 Pandemie Verordnungen für Berlin besuchen. Bitte kontaktieren Sie uns für Ihre Anmeldung! 

Collage Lydia KARSTADT
GCB Buchsalon, Lydia Karstadt, Reading, Collage 2021

Im Crystal Ball Buch Salon sind originäre Buchkunst, Künstlerbücher und Performances zu sehen. Der Salon hat einen Kamin, einen Teppich und bequeme Sitzmöbel auf denen man in angenehmer Atmosphäre ausruhen und die künstlerisch gestalteten Bücher betrachten kann. Sie können den Salon einzeln oder per Haushalt, nach den aktuell geltenden Hygiene-regeln besuchen. Virtuell zeigen wir Ihnen an dieser Stelle, die im Salon aufgezeichneten Performances der teilnehmenden Performance-Künstler*innen.

Jim Avignon, Julia Appelt, Marion Bösen, Herve Cabin,
Françoise Cactus, Claudia Christoffel, Stefan Demming,
Roland Eckelt, Evita Emersleben, Gabi Garland, Elke Graalfs,
Marco Goldenstein, Henrik Jacob, Manfred Kirschner, Andreas Kotulla,
Miriam Jadischke, Lydia Karstadt, Patricia Lippert, Julia Neuenhausen, Sigrun Paulsen,
Wolfgang Müller/ Ogar Grafe, Monika Müller-Kroll, Ulrike Kötz,
Isolde Loock, Javier Lozano, Namosh, Pia E. van Nuland, Sigrun Paulsen,
Magnús Pálsson, Gabriele Regiert, Inken Reinert,
Stefan Ruf, Berit Schneider, Frank Schoppmeier,
Bea Schlingelhoff, Veronika Schumacher, Kathrin Schädlich,
Michael Schädlich, Peter Schneckenberg, Spunk Seipel, Annette Stemmann,
Streichelwurst, Rolf Thiele, Felix Gonzales-Torres, Tamara Trölsch,
Treuka, Robert Urban, Oliver Voigt, Heike Walter,
Sabine Wewer, Tim Wijland, Daniel Wolter und weitere Künstler*innen

Performances #1

Am Freitag den 28. Mai bringen Lydia Karstadt, Caren Sielaff und Frank Schoppmeier vor der Galerie Performances zur Aufführung:

Frank Schoppmeier mit „Bücher lieben dich!“

Buchvorstellung & Lesung von Manfred Kirschner: „Verrückt werden in Ostdeutschland / Rügen mon Amour“

Caren Sielaff mit ihrem neuen Song: „Berlin Online“

und 

Degustazione-Special: Wir öffnen für Euch zum Probieren einige Naturweine unserer Freunde von den Sette Aje aus Sizilien. 

Degustazione 7 aje

Performance #2 Bücher allein zu Haus

Der Buch Salon ist schon seit ein paar Tagen komplett eingerichtet, aber da es im Moment kaum praktikabel für die Besucher und Besucherinnen scheint, sich auf die Entdeckungsreise hierhin zu begeben, entwickeln die Bücher ein Eigenleben……

Stefan Ruf, 360° Buch Salon, Bücher allein zu Haus!

Es sind ja keine heißen Eisen, die Lydia Karstadt in ihrem Buch Salon angesammelt hat – aber der Sache muss trotzdem mit etwas Mut begegnet werden. Das Anpacken und Aufklappen bedarf mehr als nur der kurze Überblick , der die Werke in einer kalkulierbaren Distanz entblößt. Mit Initiative rangehen. Ah, hier ein Stapel Fotobücher. Was ist in dieser Kiste? Unboxing Streichelwurst. Darunter Unboxing Latin Lovers… komisch, ist ja gar nicht das drin, was ich erwartet habe … ah … Latin for Lovers – heißt es bei der zweiten Lesung … Die Zeit verrinnt, neue Ordnungssysteme entstehen und zerfallen. Am Ende ausgestreckt auf der Chaise Longue – die Flammen im Kamin geben eine wohlige Atmosphäre…. Fortsetzung folgt.



Special zum Galerie Weekend Mai’21

„Bücher lieben dich!“ Frank Schoppmeiers Parodiekaraoke Song bringt die Sinnhaftigkeit des Buchsalons auf den Punkt. Caren Sielaff ist in ihrer Performance auf der Suche nach einer Datenhintertür. Zwei Specials zum Galerie Weekend in diesem Mai 2021

„Verrückt werden in Ostdeutschland – Rügen mon Amour“ von Manfred Kirschner

Am 31. März 2021 erscheint im Berliner Verlag Art in Flow eine Collage Story von Manfred Kirschner als gedrucktes Kunstbuch.

Aus dem Pressetext:

Künstlerbuch/Neuerscheinung

Manfred Kirschner: Verrückt Werden in Ostdeutschland – Rügen, Mon Amour

Was sind altmodische Fotoalben eigentlich anderes als Zeugnis gebende Bilderbücher, die über
ihre chronologische Sammlung von Fotografien Geschichten erzählen oder assoziieren lassen.
Der Künstler Manfred Kirschner hat schon früh, in Studienzeiten, die Strategie dieser
Erzählweise erkannt und benutzt um Lebensgeschichten und Stories seiner Protagonisten zu
kreieren. Die fiktive Lebensgeschichte eines amerikanischen Künstlers in den 1960er Jahren
oder kurze Fotostories, in denen anstelle der Album-Fotos Collagen platziert sind und diese
repräsentieren. Hat man diesen surrealen Wechsel erst einmal akzeptiert, taucht man schnell in
die Logik einer parallelen Sphäre ein, einer fantastischen erdachten Lebensgeschichte die mit
der Wirklichkeit ringt, aus einer Zeit als Fotografie noch die Aura des Authentischen umgab.
Gerade in den frühen 90er Jahren, der beginnenden Digitalisierung und der Umkehrbarkeit der
Bild- und Fotografieprozesse, begann Kirschner mit seinen seriellen Collage-Stories und
Fotoalben.
Nun hat er einen ersten gedruckten Band vorgelegt. Seine bisher zweiteilige Collage-Story
„Verrückt werden in Ostdeutschland – Rügen mon Amour“ erzählt in einem leichten,
humorvollen Ton das turbulente Reiseabenteuer von Harald Baumeister, einem Berliner
Künstler, der von seinen Freunden enttäuscht auf Sinnsuche an die Ostsee reist. Das
Buch orientiert sich an collagierten Landschaftsbildern, die für den Künstler wie „Filmsets“
funktionieren. Kirschner assoziiert über seine Technik eine phantastische, deutsche
Bildergeschichte in der Fiktion, Vergangenes und Gegenwärtiges verschmilzt. Das hier
eingesetzte Genre der Erzählung illustriert humorvoll eine Spiegelung des Lebens. So erscheint
Harald Baumeister wie ein Alter Ego von Künstler*innen in der Krise. Eine innere wie äußere
Reise, die ihn zur Kunst führen sollte und im Leben mündet. Mit Halluzinationen und
Liebeskummer verirrt er sich in einem ironischen Vexierspiel der Identitäten um eine magische
Schneekugel und findet am Ende überraschend Freundschaft und Liebe.


Manfred Kirschner ist freischaffender Künstler. Sein bildnerisches und performatives Werk ist
von Diversität, Ideenreichtum und Crossover geprägt. Seinen Werken ist häufig die Frage
eingeschrieben, welche Verantwortung und Bedingungen der gesellschaftlichen Rolle des
Künstlers als Produzent zukommen. Kirschner thematisiert dies in Performances, Videos und
Installationen in Kombination mit Zeichnung, Malerei und Collage.

Das Künstlerbuch erscheint im Rahmen des Crystal Ball Buchsalons, April bis Juni 2021, in der
Galerie Crystal Ball. Wegen Corona informieren Sie sich bitte über die Webseite.
Über crystalballberlin@gmail.com können Sie gerne einen Gesprächstermin mit dem Künstler
Manfred Kirschner selbst vereinbaren.

Das Buch ist hier in der Boutique der Galerie erhältlich

Mehr Informationen zum Buch auch unter: https://www.artinflow.de/manfred-kirschner/
Manfred Kirschner: Verrückt Werden in Ostdeutschland – Rügen, Mon Amour
Hardcover/Leinenbezug, 130 S., 16 x 16 cm, Dt., 30,00 EUR
ISBN 978-3-938457-51-1

Collage D´Automne Discothèque

Collage-Installation/ Diskothek geöffnet nach Vereinbarung
Achtung! Die Ausstellung öffnet wieder nach dem Shutdown 2021
Bitte achten Sie auf die „OPEN“ Fahne an der Tür oder rufen Sie uns von 10 – 21 Uhr an. Tel: 030 60052828
Stay Home-Dance Alone

M 107, Papier/ Acryl auf Leinwand, 160 x 150 cm, 2020

Lydia Karstadt kuratiert zum zweiten Shutdown und Jahresende, eine den Umständen angepasste lonesome-1-Personen-Diskothek. In einer Installation, der aus diesem Jahr handgefertigten, großformatigen Collagen auf Leinwand von Manfred Kirschner gebauten Diskothek, legt Kuratorin Karstadt den Besucher*innen auf Wunsch Schallplatten auf. Die Kunstwerke gehen dabei eine dynamische Verschmelzung mit der flirrend, bewegten Diskobeleuchtung ein. Der Zugang funktioniert dem Slogan gemäß einzeln und folgt streng den geltenden Pandemie Schutz Regeln. Neben den neuen großen Arbeiten gibt es eine kleine SALE-Serie, mit deren Kauf man der Galerie hilft: 100% des Verkaufserlöses dienen dazu, die Galerie Crystal Ball zu unterstützen.

Collage D´Automne Discothèque – 360 Panorama
Music: Funky Moon by Stefan Kartenberg (c) copyright 2019 Licensed under a Creative Commons Attribution (3.0) license. Ft: Apoxode

Manfred Kirschners neue halb-abstrakte Serie zeigt einen Bilderrausch aus extremen Farben und geometrischen Formen und thematisiert dabei im Zusammenhang gleichermaßen den Verlust und die Leerstelle der Abwesenheit von Körperlichkeit. Seine sonstigen Protagonisten, Menschen Schaufensterpuppen und Modelle, die in den Werken; auf Leinwänden und in Büchern, Kirschners Collagen-Sets und Stories wie in Bühnenbildern bevölkern, scheinen zugunsten einer malerischen, ästhetischen Formensprache verschwunden. Wie sich zeigt ist der Mensch aber nicht vergessen, im Gegenteil zeigt sich seine Spur: „I am landscape – put me in“ heißt eine der großen Arbeiten in der sich formschöne Leerstellen zum Einfügen auftun. Der Titel funktioniert wie eine Gebrauchsanweisung zur Gesamtinstallation der Ausstellung, in der die Besucher zum Tanz und Amüsement eingeladen, sich in den Ausstellungskontext einfügen können. Ein Geheim Tipp sind dann auch die Collage-Photo-Romane des Künstlers, die er häufig in Photoalben oder Aquarellbücher klebt. Aber dazu sollte man sich tiefer in Kirschners Phantasie-, Wunderwelten begeben, vielleicht so wie Alice, die dem fort hoppelnden Kaninchen ins dunkle Loch, in eine unbekannte Sphäre folgt.

Für einen Besuch der Ausstellung achten sie auf die Open-Fahne an der Tür oder rufen Sie uns auch gern spontan bis 21 Uhr an.

Crystal Ball Berlin